Heute Nachmittag haben der Bundestagsabgeordnete Mahmut Özdemir (SPD) und der Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, Dr. Felix Klein, die Jüdische Gemeinde in Duisburg besucht. Gastgeber waren der Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde, Alexander Drehmann, und Rabbiner David Geballe. Passend zum Tag der Befreiung am 8. Mai wollten sich Özdemir und Dr. Klein ein Bild des jüdischen Lebens vor Ort machen.

Mahmut Özdemir: „Viele Menschen in Duisburg wissen viel zu wenig über das jüdische Leben und die Gemeinde hier vor Ort. Ich wünsche mir mehr Aufklärung, aber auch mehr Beteiligung in allen Bereichen.“ Zudem müsse man es schaffen, dass die Menschen endlich nicht mehr in Angst leben müssen. „Die Polizeiwagen vor der Synagoge sind ein trauriges Zeichen unserer Zeit. Es darf nicht sein, dass es noch immer rechte Bedrohungen gegen Jüdinnen und Juden gibt.“, so Özdemir.

Felix Klein sieht den Anstieg antisemitischer Vorfälle und Straftaten mit Besorgnis: „Die Grenzen des Sagbaren sind erst durch die Pandemie und nun durch den Krieg in der Ukraine erneut verschoben worden.“ Judenhass spiele in Kriegsnarrativen wieder eine zentrale Rolle. „Besonders vor dem Hintergrund des Tags der Befreiung gilt es aber, Täter-Opfer-Umkehrungen entschieden zurückzuweisen und Jüdinnen und Juden auf allen Ebenen zu unterstützen.“

Zur Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim/Ruhr-Oberhausen gehören aktuell rund 2500 Mitglieder. Sie wird orthodox geführt, ist aber gleichzeitig eine Einheitsgemeinde, deren Mitglieder allen jüdischen religiösen Richtungen angehören können. In Duisburg gehört auch ein Kindergarten dazu, in dem die Kinder Hebräisch lernen können.

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